Das chinesische Horoskop

Als kleiner Gymik für die Bilder-CD einer China-Reise wurden einige Informationen zum chinesischen Tierkreis zusammengetragen.

Die Reihenfolge der Tiere im chinesischen Tierkreis ist nachfolgend aufgelistet. Sie wiederholen sich alle 12 Jahre.
Es finden sich verschiedene Varianten, die die Eigenschaften der unter dem jeweiligen Sternzeigen Geborenen beschreiben:

  • Die Ratte ist aktiv, fleißig, zäh und schlau
  • Der Büffel ist langsam, stur und ehrlich
  • Der Tiger ist wild und unberechenbar
  • Der Hase ist still, manchmal kompliziert, und sanft
  • Der Drache speit Feuer und genießt seine Macht
  • Die Schlange ist abwartend und weise, wenn auch manchmal hinterlistig
  • Das Pferd ist freiheitsliebend, unruhig und etwas selbstverliebt
  • Das Schaf (bzw. die Ziege) ist liebenswürdig, fürsorglich und zickig
  • Der Affe benimmt sich wie ein Clown, ist aber sehr intelligent
  • Der Hahn nimmt alles genau und stürzt sich in den Kampf
  • Der Hund ist loyal und aufrichtig
  • Das Schwein gutmütig, anspruchslos und manchmal leichtgläubig

Eine Legende erzählt:

Als Buddha die Welt verlassen wollte, um ins Nirwana einzugehen, rief er noch einmal alle Tiere zu sich. Aber es kamen nur 12: die Ratte, der Büffel, der Tiger, der Hase, der Drache, die Schlange, das Pferd, das Schaf, der Affe, der Hahn, der Hund und das Schwein. Als Dank für die Ehrerbietung widmete Buddha jedem der Tiere ein Jahr und zwar in der Reihenfolge, in der sie erschienen waren. Das Tier, das einem Jahr zugewiesen wurde, sollte es fortan mit seinem Charakter prägen - und die im jeweiligen Jahr Neugeborenen ihr Leben lang. Das Tierzeichen „brennt sich bei der Geburt in das Herz“ sagen die Chinesen. Nach jeweils 12 Jahren beginnt der Tierzyklus von neuem. Entecke selbst, ob du ein Schwein, eine Ratte oder ein Affe bist. Bedenke aber, dass die Tier-Jahre nach dem Mond berechnet werden; sie beginnen jeweils mit dem chinesischen Neujahr (zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar).

Die Feiern zum Frühlingsfest ;(Vorabend, Chu Xi)

Das eigentliche Neujahrs- oder Frühlingsfest in China findet am Tag des ersten Neumondes im neuen Jahr statt. Das genaue Datum richtet sich nach dem chinesischen Mondkalender. Das Haus wird bis zum Frühlingsfest in Ordnung gebracht. Man putzt und repariert, schmückt die Häuser, Geschäfte und öffentliche Parks, kauft neue Kleider und vor allem ausreichend Nahrungsmittel für die kommenden Festtage. Bereits Tage zuvor beginnen die Knallereien mit Feuerwerkskörper auf den Straßen; die Kinder üben überall, bis es endlich soweit ist.

Dem Vorabend des ersten Neumondes kommt eine große Bedeutung für das Frühlingsfest zu. Kaum ist die Dämmerung hereingebrochen, erhellen die Menschen ihre Häuser so strahlend wie möglich. Die bösen Geister sollen vertrieben werden und das Haus für das neue Jahr und das erwartete Glück gerüstet sein. Um die guten Geister als Teil der Familie in die Feiern miteinzubeziehen, werden die Drei Rituale vorgenommen.

Vor dem Familienaltar werden kleine Speisen als Opfergaben für die Ahnen ausgebreitet. Manchmal wird auch Salz ins Feuer gestreut; so soll den Ahnen Respekt erwiesen werden. Von ihnen erwarten sich Chinesen Schutz und Beistand. Die Jungen wünschen den Alten alles Gute und vollziehen in konservativen ländlichen Familien vor dem ältesten männlichen Familienmitglied den traditionellen Kotau als Zeichen der Verehrung und Anerkennung der Autorität. Dafür erhalten sie von ihren Eltern Geschenke, die diese im Trubel der vorfestlichen Zeit eingekauft haben. Symbolisch werden den Kindern auch kleine rote Umschläge (Hongbao; so werden in China auch Bestechungsgelder genannt) geschenkt, in denen mit rotem Papier umwickeltes Geld enthalten ist. Anschließend wird den Göttern der Erde und des Himmels geopfert; man bittet um ausreichenden Regen, gutes Wetter und eine reiche Ernte.

Vor einem Altar im größten Zimmer der Familie werden Opfergaben ausgebreitet. Sobald alles fertig ist, werden um Mitternacht auf dem Hof oder der Straße Feuerwerks- und Knallkörper abgebrannt. Dann folgt ein weiteres Ritual: Das männliche Oberhaupt der Familie nimmt mit beiden Händen einen Bund Räucherstäbchen und macht kniend drei Verbeugungen vor dem Altar, wobei er mit der Stirn den Boden berührt. Danach erhebt er sich und steckt die Stäbchen in einen dafür vorgesehenen Ständer. Nach dieser rituellen Handlung werden wieder Knallkörper gezündet. Zum Abschluß opfert die Familie dem Gott des Reichtums, dessen Bild in der Küche hängt. Er soll den Reichtum der Menschen mehren, sowie Armut und Seuchen fernhalten. Um Mitternacht zieht sich jedermann um. Das neue Jahr soll mit neuen Kleidern begangen werden.

Chun Jie (Jie = Festtag) - das Frühlingsfest • Das chinesische Frühlingsfest ist nichts anderes als das historische Neujahr (Chu Yi, erster Tag des neuen Jahres) des Mondkalenders. Als 1911 der Gregorianische Kalender nach der bürgerlichen Revolution in China eingeführt wurde, verschob die Regierung auch die Zeitrechnung auf den international üblichen 1.Januar als Jahresanfang. Traditionell war bis dahin wie in allen Ländern, die ihre Zeit nach dem Mondkalender bestimmten, im Frühling der Jahresanfang gewesen (bei den Römern z.B. lag der Jahresanfang bis 46v.Chr. auf dem 1. März).

Offiziell haben die Chinesen zu diesem bedeutendsten aller Feste drei Tage arbeitsfrei. Auf dem Land haben die Menschen etwas mehr Zeit, denn dort wird der Arbeitsrhytmus von den Erfordernissen der Landwirtschaft bestimmt. Das Haus wird in wochenlanger Putzaktion in den besten Zustand versetzt, denn man erwartet zu diesem Familienfest schließlich den Besuch der gesamten weitgereisten Verwandtschaft. Ganz China befindet sich zu dieser Zeit im Zustand einer mittleren Völkerwanderung. Hotels und öffentliche Verkehrsmittel sind seit Wochen ausgebucht und hoffnungslos überfüllt. Es wurde auf Vorrat eingekauft, da fast alle Läden während der Feiertage geschlossen sind. Das gesamte Leben spielt sich in der Familie ab. Während der ganzen Zeit wird besonders gut gegessen. In den öffentlichen Parks finden Opern- und Theateraufführungen statt. Junge Menschen veranstalten wieder die traditionellen Löwen- und Drachentänze, sogar die alten Stelzentänze sieht man ab und an wieder - Dinge, die während der Kulturrevolution verboten waren.

Die Menschen legen Wert darauf, das Jahr ganz neu zu beginnen. Nicht nur neue Kleider sind dafür geeignet; man möchte auch alle alten Schulden bezahlt und alten Feindschaften begraben haben. Allenthalben wünscht man sich gegenseitig Gongxi fa cai, was soviel heißt wie 'Alles Gute zum Neuen Jahr, und werde reich'.

In einigen Städten werden aus Anlaß des Festes Blumenmärkte veranstaltet. Dies geht auf eine Tradition aus der Ming-Zeit zurück. Am schönsten ist der Blumenmarkt in Guangzhou (Kulturpark). Orangenbäumchen, Pfirsich- und Pflaumenblüten, Chrysanthemen und gelbe Narzissen zusammen mit Früchten, Laternen und Süßigkeiten aller Art sollen dazu beitragen, allgemeine Freundlichkeit aufkommen zu lassen. Die chinesische Küche des Nordens empfiehlt während des Festes Mantou, die allseits beliebten Dampfbrötchen, oder Jiaozi (chin. Maultaschen).