Contao am Scheideweg

Ich habe mich an diesem Wochenende wieder einmal etwas intensiver mit meinem „Webseiten-Standardwerkzeug“ Contao beschäftigt. Ich bin unsicher, ob mir der dort eingeschlagene Weg gefällt.

Ich habe mich an diesem Wochenende wieder einmal etwas intensiver mit meinem „Webseiten-Standardwerkzeug“ Contao beschäftigt. Ich bin unsicher, ob mir der dort eingeschlagene Weg gefällt.

Contao kenne ich aus seiner frühen Jugend. Ich kann es nicht mehr verbindlich sagen, erinnere mich aber an erste Kundenseiten mit einer Version 1.2 oder 1.3. Contao hieß damals noch Typolight und machte mit dem light seinem Namen alle Ehre. Es war schlank, es war schnell, es brachte mit, was gebraucht wurde und war weitestgehend ballastfrei. Ein besonders schlagener Vorteil war der Umstand, dass man zwar ein flottes CMS-Gerüst nutzen konnte, darüber hinaus jedoch hinreichende Freiheiten vorhanden waren, die Anpassungen an Anforderungen sehr einfach machten.

Die aktuelle LTS-Version ist mutmaßlich die letzte, die diesen Charme — noch einigermaßen — besitzt. Wie bei so vielen Dingen, die älter werden, wurde auch Contao dicker. Aus dem wendigen Schnellboot ist mittlerweile ein mächtiger Dampfer geworden, der sich vom anfänglichen light sehr weit entfernt hat.

Dass mit Version 4 aus Contao eine Symphony-Applikation wird, unterstreicht das sehr deutlich. Damit verliert — zumindest für mich — Contao einen wesentlichen Charme, den es bisher für mich hatte. Denn das macht es deutlich aufwändiger, was die Einrichtung, Wartung, etc. betrifft. Ich weiß noch nicht so recht, ob ich mir für die vielen Webseiten meiner Kunden tatsächlich einen Umstieg auf die Version 4 zumute, wenn die LTS-Version ausläuft. Denn offenkundig ist das mit dem Upgraden von 3.x auf 4.x keine triviale Angelegenheit,

  • wenn die Community auf Verlängerung des LTS-Support drängt,
  • die aktuelle Demo noch als Version 3.5 daher kommt,
  • im Forum mehr als ein Beitrag mit dem neuen Konzept hadert oder Probleme dokumentiert.

Das mal fix ´ne Version 4 in meiner Entwicklungsumgebung ausprobieren ist aufgrund der limitierten Zeit dafür an den Symphony-Anforderungen gescheitert. Die Zeiten, in denen eine Webseite mit einem Datenbank-Image und einer ZIP-Datei des Domain-Verzeichnisses bewegt, gesichert und kopiert werden konnten, ist ab Contao 4 offenbar Geschichte. Was ich persönlich bedaure, denn ich Arbeite gern mit Contao, das — jedenfalls bisher — eine elegante Brücke zwischen zu schlicht und zu fett war.

Mit den für mich nachvollziehbaren Anforderungen der Agenturen, die verstärkt auf Contao setzen, wird es zwar mächtiger, aber damit — zumindest für mich — uninteressanter. Denn viele Kunden wollen zwar eine Webseite, aber keinen signifikanten Posten in der monatlichen Kostenaufstellung dafür. Da stößt bereits die Anforderung, wenigstens monatlich eine neue News-Meldung heraus zu bringen, an Grenzen. Die mir selbst hier auf nosi.de bestens vertraut sind. Die Prioritäten liegen auf dem Beworbenen, nicht auf dem Bewerbenden.

Das ist der Hintergrund vieler Budgets für Webarbeiten. Was meiner Arbeitsweise sehr entgegen kommt, denn wenn ich mich permanent um alle Kunden kümmern müsste, bräuchte mein Tag deutlich mehr Stunden. Ich liefere gern Lösungen, die keiner ständigen Bemutterung bedürfen. Das war bisher bei Contao gegeben. Ich bin skeptisch, dass es in der Zukunft so bleibt.

Hinweis für meine Kunden
Sie wissen: Es gibt für alles eine Lösung. Sowohl technisch, als auch wirtschaftlich vertretbar. Außerdem haben wir noch Zeit, der LTS-Support der Version 3.5 wurde vorerst auf Mai 2019 verlängert. Mal sehen, was sich bis dahin bei der Version 4 noch tut oder was mir bis dahin als Alternative über den Weg läuft.

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